Paris Fashion Week: Vaccarellos Vison für Saint Laurent

Schwarzes Leder, Transparenz und starke Schultern: Für seine erste Show bei Saint Laurent entwarf Hedi Slimanes Nachfolger Anthony Vaccarello eine verführerische Kollektion mit Anspielung auf die 80er Jahre und das kreative Erbe von Saint Laurent.

Die mit Spannung erwartete Show fand im zukünftigen Konzernsitz statt, der gegenwärtig renoviert wird. Mitten in der Baustelle im Innenhof der Anlage leuchtete ein riesiges YSL-Logo an einem rot-blau-weißen Baukran den Weg.

In der ersten Reihe saßen Jane Birkin mit ihren Töchtern Charlotte Gainsbourg und Lou Doillon neben dem Mitbegründer des Labels und ehemaligen Lebensgefährten von Yves Saint Laurent. Auch Kering-Chef François-Henri Pinault wohnte der Veranstaltung bei.

Hedi Slimanes Nachfolge anzutreten ist keine leichte Aufgabe. Dem Designer gelang es, Saint Laurent mit seinem rockigen Stil neues Leben einzuhauchen. Anthony Vaccarello nahm die Herausforderung mit einer von den 80er Jahren inspirierten Kollektion an, die den Übergang zu Slimanes letzter Kollektion schuf. Er bot einen Look mit stark betonten Schultern, als Anspielung auf ein 1982 von Yves Saint Laurent entworfenes Kleid.

Der belgische Designer stattete seine Kreationen auch mit den für ihn so typischen Sex Appeal aus, mit viel Beinfreiheit und tief geschnittenen Dekolletés, durch Tüll und Spitze durchschimmernde Haut und einer von einem asymmetrischen Kleid freigegebenen Brust.

Vinyl, Lamé und Leder dominierten diese wie von Yves Saint Laurent bevorzugt in Schwarz gehaltene Kollektion. Den berühmten Smoking interpretierte Anthony Vaccarello mit klaren Schnitten neu.

Der Designer, in dessen Stil Sinnlichkeit und Strenge sich die Waage halten, studierte an der renommierten belgischen Designschule La Cambre. Der junge Designer erhielt 2006 den Preis des Modefestivals von Hyères und wurde 2011 mit dem Nachwuchsdesignerpreis Andam Fashion Award geehrt.

Pierre Bergé begrüßte die in seinen Augen „hervorragende“ Kollektion. „Die Anspielungen auf Saint Laurent haben mir besonders gefallen“, erklärte er und betonte zugleich, dass es nicht darum ging, „Saint Laurent zu imitieren“. „Die Codes sind da, das Vokabular ist da, die Syntax sitzt, damit ist alles möglich“, so Bergé.