Live on stage: The Voice of Germany

„The Voice of Germany“2018

MAGAZIN Die Dietrich /02. Januar 2019 – Alina Perhöfer /Anuschka Wienerl

Die Dietrich war Live bei der Tour des Fernsehformtats „The Voice of Germany“ in Essen in der Grugahalle dabei. Die vier Finalisten sowie die zwei Wildcard-Gewinner sorgten am Mittwochabend für so manchen Gänsehautmoment.
Wie schon in den letzten Jahren sind die „The Voice of Germany“ – Finalisten auch in diesem Jahr wieder gemeinsam auf Deutschland Tour, um noch einmal gemeinsam ihr musikalisches Können unter Beweis zu stellen.

Über zwei Stunden dauerte der stimmgewaltige Auftritt der Voices und zog die Zuschauer in der Grugahalle in ihren Bann. Mit den Titeln „Shallow“ und „Let You Love Me“ läuteten die Talente, die allesamt auf der Bühne standen, die Tour ein. Weiter ging es mit zahlreichen Solo-Auftritten, aber auch vielen Duetten.

Neben Rösch kommen auch die weiteren Finalisten Benjamin Dolic, Jessica Schaffler, Eros Atomus Isler sowie die Wildcard-Gewinner James Smith Jr. und Linda Alkhodur auf die Bühne. Das Wildcard-Voting erlaubt ausgeschiedenen Kandidaten, an der auf die Fernsehshows folgenden Tour teilzunehmen.
Röschs Interpretation von „Der Weg“, mit der er bereits im Halbfinale des Wettbewerbs überzeugt hatte, geht unter die Haut. Während ein großer Mond die Leinwand hinter ihm füllt, holt der 24-Jährige aus dem Erzgebirge alles aus seinen Stimmbändern heraus – ohne in Übertreibungen zu verfallen. Gerade diese Beherrschung verleiht dem Auftritt Pathos. Der Song kling aus. Für einen Augenblick ist es ganz still in der Halle. Dann bricht begeisterter Applaus aus.

In den Auftritten von Jessica Schaffler liegen Ruhe und Anmut. Mit geschlossenen Augen singt die 17 Jahre junge Österreicherin „Human“, wirkt dabei ein wenig verträumt. Bäume erscheinen auf der Leinwand hinter ihr. Es entsteht eine fragile Stimmung, gepaart mit ungeahnter Kraft, wenn Schaffler einige Silben in die Länge zieht und gleichzeitig die Schönheit ihrer Stimme demonstriert.
Eros Atomus Isler ist mit dem Song „Roxanne“ der Opener eines Akustik-Sets. Der Song beginnt zart, um dann massiv an Impulsivität zu gewinnen. Islers Stimme ist sehr kraftvoll und gibt dem Song den nötigen, hervorpreschenden Ausdruck. Eine interessante Bereicherung ist ein Melodica-Solo.

Während die Band auf der Bühne weitermacht, fällt der Licht-Spot auf eine kleine Bühne im hinteren Teil der Halle. Schaffler und Dolic stehen Rücken an Rücken und präsentieren den Beatles-Klassiker „Yesterday“. Auf dem Weg zur Bühne bringen sie Verstärkung mit, ein junges Mädchen aus dem Publikum, dass den folgenden Song „Happy“ mit einem Egg-Shaker rhythmisch untermalt. Der Song entfaltet auch in der Akustik-Version eine mitreißende Stimmung. Die Leute klatschen mit.

Für alle Zweifler an dem Fernsehformat: Alle Sänger des Abends können wirklich singen. Die beiden Wildcard-Teilnehmer beeindrucken dazu besonders durch ihren Tanz und ihre Bühnenpräsenz. Außerdem geben die beiden den Songs eine herrlich soulige Note. James Jr. gelingt das mit seiner Version von Bruno Mars‘ „Finesse“ gut. Auch seine Bewegungen sind herrlich anzuschauen. Er tanzt auf der kompletten Breite der Bühne und nimmt immer wieder Blickkontakt zum Publikum auf. All das wirkt elegant. Mal schnellt sein Arm in einer Geste in Richtung der Zuschauer, dann zieht er seine Hand zurück und legt sie ans Herz. Der Körper des 16-Jährigen spiegelt den Song wider. Auch Alkhodor, ebenfalls 16, lässt anscheinend den Rhythmus von „Love so soft“ durch sich hindurchfließen. Dennoch singt sie den Song mit einem freundlichen und strahlenden Ausdruck, ohne jede Spur von Anstrengung.

 

Wie schon in der gleichnamigen TV-Sendung gibt es auch bei der Tour ganz besondere Gänsehautmomente. Ganz sicher einer davon: Jessica Schaffler und Benjamin Dolic sangen mitten im Publikum den Beatles-Klassiker „Yesterday“. Die Backstage-Atmosphäre soll den Zuschauer ihre TV-Lieblinge besonders nah bringen.

Bis zum 20. Januar 2019 sind die Rösch und seine Mitstreiter noch auf Tour. Wer den Auftakt in Bremen verpasst hat, bekommt unter anderem am 3. Januar in Münster (Halle Münsterland) am 4. Januar in Oldenburg (Kleine EWE-Arena) und am 6. Januar in Hamburg (Mehr! Theater am Großmarkt) die Gelegenheit, die Show zu sehen.

Tickets gibt es auf eventim.de