INTERVIEW TALK MARGOT ROBBIE

Die Dietrich / Anuschka Wienerl 12.Februar 2019

Die Dietrich traf die Schauspielerin im Januar in Berlin zum Interview. 

Margvot Robbie “ Die Dietrich ist echt ein tolles Magazin „

Ein Hotelzimmer in Berlin-Mitte, Mitte Januar. Margot Robbie hat es sich bequem gemacht, die dunklen High Heels, die sie gerade noch für die Fotoaufnahmen getragen hat, hat sie schon wieder ausgezogen. Sie sitzt jetzt im Schneidersitz auf dem Sofa. Die blonden Haare sind streng zurückgekämmt, sie trägt einen schwarzen Rollkragenpullover, eine dunkelgrüne Hose und große, runde Kreolen.

Die Dietrich: Margot, hattest du vor dem Dreh Erfahrung mit Eiskunstlaufen?
Kaum. Wo ich aufgewachsen bin, gab es kein Eis. Ich komme aus einem sehr heissen Teil Australiens. Mit 20 bin ich dann in die USA gezogen und habe mich einem Eishockey-Team angeschlossen. Ich habe eine halbe Saison lang in der Amateur-Liga gespielt.

Die Dietrich: Da geht es doch sehr rau zu, oder?
Ja, es war sogar eine gemischte Mannschaft und wir waren nur zwei Frauen im Team. Ich sah auf dem Eis aus wie ein kleiner Junge. Ich wurde oft gefoult!

Die Dietrich: Du bist ein echtes Landei. Bist du also praktisch veranlagt?
Ja, ich wuchs auf mehreren Hektaren Land im Hinterland von Australien auf. Wir waren viel draussen, ich habe abends Holz gehackt, die Kühe gemolken und bin auf dem Motorrad herumgedüst. Das war super.

Die Dietrich: Stimmt es, dass du schon als Zehnjährige einen Job hattest?
Ja. Ich wollte schon immer früh arbeiten. Ich habe als Kind versucht, alles Mögliche zu verkaufen. Mit zehn habe ich dann den Freund meiner Mutter überredet, mich in seinem Restaurant arbeiten zu lassen.

Die Dietrich: Habt ihr eigentlich so eine Art Australier-Club in Hollywood?
Ja, die Aussie-Mafia! Ich hänge wirklich sehr viel mit Landsleuten in Los Angeles ab. Und auch wenn man sich nicht kennt: Wenn man einen Australier im Ausland trifft, hält man einen freundlichen Schwatz ab.

Die Dietrich: Du hast den Film «I, Tonya» zusammen mit deinem Ehemann, Tom Ackerley (28), produziert. Ist es nicht kompliziert, mit dem Partner zu arbeiten?
Nein. Wir kennen uns so gut und waren lange befreundet, bevor wir zusammenkamen. Und wir haben ähnliche Persönlichkeiten. Wir sind kein Fall von «Gegensätze ziehen sich an». Wir machen etwa für alles Listen.

Die Dietrich: Zum Beispiel?
Ach, es ist endlos. Listen von Dingen, die wir dieses Jahr erreichen wollen. Sachen, die wir dringend erledigen müssen. Es ist echt lächerlich.

Die Dietrich: Du bist wahnsinnig beschäftigt. Vergisst du manchmal, dich zurückzulehnen und deinen Erfolg zu geniessen?
Ja! Mein Mann ist aber sehr gut darin zu sagen: «Stopp! Wir müssen das jetzt feiern.» Ich arbeite gern und denke immer schon über das nächste Projekt nach.

Die Dietrich: Vielen Dank für das tolle Interview und das Du Dir für uns Zeit genommen hast.

Margot Robbie: Ich danke Euch, echt ein  tolles Magazin und immer wieder gerne…

Biography Margot Robbie

Margot Robbie wuchs in ihrer Geburtsstadt Gold Coast auf, wo sie zuerst bei ihrer allein lebenden Mutter aufgezogen wurde. Später verbrachte Robbie die meiste Zeit mit ihren drei Geschwistern auf dem Anwesen ihrer Großeltern. Nach ihrem Schulabschluss im Jahr 2007 begann sie ihre Schauspielkarriere in Melbourne.
Zwischen 2008 und 2011 spielte Robbie die Rolle der Donna Freedman in der australischen Seifenoper Nachbarn.[1] In dieser Zeit erlangte sie in Australien große Prominenz und war mehrmals für einen Logie Award nominiert. Sie verließ Australien danach, um in den Vereinigten Staaten zu arbeiten. Von 2011 bis 2012 übernahm sie die Hauptrolle der Laura Cameron in der kurzlebigen Fernsehserie Pan Am. Im Anschluss erhielt sie Rollen in Kinofilmen, darunter in den beiden 2013 veröffentlichten Kinofilmen Alles eine Frage der Zeit und The Wolf of Wall Street. In dem im Jahr 2015 veröffentlichten Kinofilm The Big Short spielte sie sich selbst in einer Szene, in der sie einen Aspekt der Finanzkrise ab 2007 dem Publikum erklärt.

In der Tarzan-Verfilmung Legend of Tarzan war sie 2016 als Jane Porter zu sehen. 2016 erschien auch die Comicverfilmung Suicide Squad, in der Robbie die Rolle der Harley Quinn übernahm. Im März 2017 wurde bekannt, dass sie die Titelrolle in der Robin-Hood-Adaption Marian übernimmt.[2] 2017 war sie in der Rolle der Eiskunstläuferin Tonya Harding zu sehen. Für ihre Darstellung wurde sie unter anderem für einen Oscar und einen Golden Globe Award, jeweils in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin, nominiert. In dem Geschichtsdrama Maria Stuart, Königin von Schottland spielt sie die englische Königin Elizabeth I, während Saoirse Ronan ihre Gegenspielerin Maria Stuart verkörpert. 2019 soll sie in Quentin Tarantinos Once Upon a Time in Hollywood in der Rolle der Sharon Tate zu sehen sein.

Robbie lebte mehrere Jahre in New York City. Im Mai 2014 zog sie mit fünf Freunden nach London in eine Wohngemeinschaft. Seit 2014 ist Robbie in einer Beziehung mit dem britischen Regieassistenten Tom Ackerley, den sie beim Dreh von Suite française – Melodie der Liebe kennen lernte. Seit Dezember 2016 ist das Paar verheiratet.[3]
2017 wurde sie in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) aufgenommen, die jährlich die Oscars vergibt.