Interview mit PSYCHOTHRILLER Autor Sebastian Fitzek
zu seinem Buch Flugangst 7A

Die Dietrich Anuschka Wienerl/ 06.September 2018

Interview mit Autor Sebastian Fitzek  zu seinem Buch Flugangst 7A

Die Dietrich traf Sebastian Fitzek zur Hombook in Homburg zum persönlichen Interview..

Sebastian Fitzek ist Deutschlands erfolgreichster Thrillerautor. Seine Bücher verkaufen sich millionenfach und erobern regelmäßig die Bestsellerlisten .

Die Dietrich: Sie gehen künftig also nicht unter die Schauspieler?

Fitzek: Nein, eine Karriere als Schauspieler strebe ich nicht an. Es ist ein verdammt harter Job, glaubwürdig in eine andere Rolle zu schlüpfen. Ich ertrage mich ja kaum auf Fotos, und mich dann auch noch im Bewegtbild zu sehen – das ist gar nicht so angenehm (lacht).

Die Dietrich: Wie können Sie Nachts schlafen, bei dem was sie schreiben?
Fitzek: Ja also ich schlafe sehr gut, denn ich schreibe es mir von der Seele und stülpe es anderen auf

Die Dietrich:  Wie entwickeln Sie Ihre Ideen für Ihre Bücher?

Fitzek: Die ersten Impuls Ideen kommen oft aus dem Alltag, denn ich habe eine etwas andere Sichtweise auf bestimmte Dinge.

Die Dietrich: Glauben Sie, dass das Böse eher im dunklen oder im hellen sitzt?

Fitzek: (Lacht…) Ich glaube nicht, dass in Menschen das böse verankert ist.
Denke eher dass gewisse Lebensumstände dazu führen, dass Menschen böse werden.
Die meisten sind erst Opfer und werden zu Tätern. .

Die Dietrich: Wie sieht bei Ihnen ein ganz normaler Arbeitsalltag aus?

Fitzek: Zum Glück gibt es eigentlich keinen ganz normalen Arbeitsalltag,
jeder Tag ist anders.
Mein Beruf als Autor umfasst einfach auch sehr viele unterschiedliche
Tätigkeiten.

Die Dietrich: Lesen Sie eigentlich selbst viel?

Fitzek: Ich lese tatsächlich weniger Bücher als vor zehn Jahren, weil es mittlerweile so viele Möglichkeiten des Konsums gibt etwa mit dem Smartphone. Oft liege ich abends im Bett und checke meine Mails, News, Facebook und Co., bevor ich das Licht ausmache. Das ist dann oft die halbe Stunde, die fehlt, um ein Buch zu lesen. Und ich ärgere mich darüber, dass ich diese Fremdbestimmung nicht abstellen kann. Ich trauere jetzt nicht der guten alten analogen Zeit hinterher, zumal: Jeder kann sie wiederherstellen, indem er das Handy ausmacht. Aber es ist zugegebenermaßen schwer!

Die Dietrich: Schreiben Sie vor allem für Frauen? Oder anders gefragt: Warum stehen vor allem Frauen auf Ihre Bücher, in denen Menschen genüsslich morden, andere misshandeln und quälen?

Fitzek: Das müsste man eher einen Psychiater fragen. Ich habe keine „Zielgruppe“ vor Augen, sondern versuche vom ersten Buch an einen Thriller zu schreiben, den ich selber gerne lesen würde. In der Hoffnung, am Ende nicht der einzige Leser zu bleiben. Allerdings durfte ich im Kreißsaal bei der Geburt meiner Kinder anwesend sein, und weiß spätestens seitdem: Frauen sind auf jeden Fall das stärkere Geschlecht und können sehr viel mehr ab als Männer.

Fitzek: Generell gibt es in TV-Krimis einen Trend hin zur drastischeren Darstellung von Gewalt …Ich halte überhaupt nichts davon, dass man glaubt, man muss einen gewissen Blutzoll haben, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Brauche ich eine Gewaltszene nur für einen Tabubruch, dann ist es Splatter, und Splatter interessiert mich überhaupt nicht. Ich stelle eher die Tendenz fest, dass das psychologische Moment immer mehr Einzug hält in die TV-Unterhaltung, auch in den „Tatort“, der sich streckenweise zum Psychothriller entwickelt. Ich glaube, dazu hat der Buchbereich mit seinen psychologischen Thrillern beigetragen.

Die Dietrich: Haben Sie einen Lieblingskommissar beim „Tatort“?

Fitzek; Ich bin überhaupt kein „Tatort“-Experte. Aber ich mag Kommissar Borowski sehr gerne, weil der eine gebrochene Figur ist, und seine Figurenzeichnung geht sehr ins Psychologische – als Autor von psychologischen Thrillern interessiert mich das mehr als ein amüsanter Krimi wie etwa die Münsteraner, die ja mehr Komödie sind.

Fitzek: Schreiben ist für mich der beste Weg um meine Erlebnisse zu verarbeiten. So wie für andere vielleicht das Träumen.

Vielen Dank für das Interssante Interview Herr Fitzek..

Es würde unser Magazin Die Dietrich sehr freuen, wenn wir über Ihre Premierenfeier im Oktober vor Ort berichten dürfen.

Fitzek: Einladung für Sie ist in Arbeit (lacht)

Das Interview wird in Audio orginal Ton zum hören noch beigefügt..

Fitzek in TV und im Kino

Als im Frühjahr die Verfilmung seines Bestsellers „Das Joshua-Profil“ im TV lief, war auch Sebastian Fitzek selbst zu sehen: Zu Beginn des Films mimt er einen Buchhändler, der eine wenig besuchte Lesung für den Titelhelden abhält. Und auch in der Anfang Oktober gestarteten Kino-Adaption von „Abgeschnitten“ hat er, genau wie Co-Autor Michael Tsokos (51), einen kleinen Auftritt. Er spielt einen Anwalt und hat nur einen Satz zu sagen. „Das ist auch gut so“, versicherte er im Interview mit spot on news.

Weitere Fitzek-Verfilmungen folgen: In Sat.1 werde im Herbst ein Film nach einem Buch von ihm ausgestrahlt: „Amokspiel“, erklärte der Autor: „Es geht um ein Geiseldrama in einem Radiosender. Bei laufender Sendung ruft ein Psychopath wahllos Menschen an. Melden die sich am Telefon mit einer bestimmten Parole, wird eine Geisel freigelassen. Wenn nicht, wird eine erschossen.“ Ebenfalls noch im Herbst läuft bei RTL „Passagier 23“: „Da geht es um einen Vater, dessen Frau und Kind spurlos auf einem Kreuzfahrtschiff verschwinden. Als er nach Jahren einen Hinweis bekommt, was mit seinen Lieben geschehen sein könnte, geht er dem Mysterium ihres Verschwindens nach.“

Das neue Buch

Während die Verfilmungen seiner Werke bei den Fans bisher gemischte Gefühle hervorriefen, ist die Freude auf das nächste Buch bei Fitzek-Anhängern wohl weiter groß. Ab 24. Oktober ist mit „Der Insasse“ sein neuer Thriller zu haben: Ein Jahr nachdem der kleine Max verschwindet, entschließt sich dessen Vater, dem Täter so nahe wie möglich zu kommen. Um herauszufinden, was mit Max passiert ist, wird er selbst zum Insassen im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie.