Helmut Newton – Biografie WHO’S WHO

Die Dietrich-25.August 2018

 

Der Deutsche war einer der populärsten und bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Aufgrund seiner einzigartigen Bilder blieb Helmut Newton jedoch nicht unumstritten: Einerseits wurde der Fotograf als ein Meister der revolutionären Fotografie verehrt, andererseits galt er manchen als Frauenfeind. Newtons inszenierte Bilder provozieren durch ihre Kälte. Im Mittelpunkt seiner surreal-skurrilen fotografischen Arbeiten steht der menschliche Körper, über den er durch seine Bilder ein anderes Bewusstsein herzustellen vermochte. Darüber hinaus schuf er eine Reihe vielbeachteter Porträtstudien…
Helmut Newton wurde 1920 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Fabrikantenfamilie in Berlin geboren.
Newton besuchte bis zu den nationalsozialistischen Rassengesetzen das Werner-von-Treitschke-Gymnasium in Berlin. Dann war er Schüler einer amerikanischen Schule in Berlin. Schon in dieser Zeit galt Newtons ganzes Interesse der Fotografie. Mit zwölf Jahren erwarb er seinen ersten Fotoapparat. Die Schule musste er vorzeitig mangels Leistungen verlassen. Danach, im Jahr 1936, begann er eine Fotografenlehre bei der berühmten Berliner Modefotografin Yva, mit bürgerlichem Namen Else Simon. Sie wurde später von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Auschwitz umgebracht.
Nach zwei Jahren Lehrzeit verließ Helmut Newton im Dezember 1938 Berlin. Er ging zunächst nach Singapur, wo er für die „Singapore Straits Times“ als Bildreporter arbeitete. Nach nur zwei Wochen verlor jedoch, angeblich wegen mangelnder Eignung, seine Anstellung. Auch Newtons Familie hatte inzwischen aufgrund der politischen Ereignisse 1938 Deutschland in Richtung Südamerika verlassen. Unter den Lebensbedingungen des Exils, setzte Newton zum Brotverdienst alles in Fotografie um, was er als Auftragsarbeit bekommen konnte. In dieser Zeit machte er gegen geringes Honorar Aufnahmen von Babywäsche, Hochzeiten, Kindertaufen und anderen Veranstaltungen, oder er fertigte Passfotos an.
Sein unruhiger Lebensstil in dieser Phase drückte sich in den vielen Reisen aus. Jahrelang lebte er von der Hand in den Mund. 1940 siedelte Newton nach Australien über. Dort leistete er zunächst einen fünfjährigen Militärdienst, wobei er als LKW-Fahrer oder als Streckenarbeiter zum Einsatz kam. Nachdem er aus dem Militärdienst entlassen worden war, gründete Newton ein Fotostudio in Melbourne. 1948 verheiratete er sich mit der Schauspielerin June Brunell. Nach anfänglichen Widerständen ihres Mannes wurde sie selbst ab 1970 mit Erfolg unter dem Pseudonym Alice Springs als Fotografin tätig. Dabei nahm sie auch Einfluss auf die Arbeiten Newtons. So fertigte sie zum Beispiel Porträtstudien über ihn an.
Anfang der 1960er Jahre siedelte Newton nach Paris über, wo er seine internationale Karriere als Fotograf begann. Ab 1961 war er für die französische Zeitschrift „Vogue“ tätig. Dort konnte er im Laufe von 25 Jahren seine bedeutendsten Modebilder publizieren. Ebenso realisierte er Auftragsarbeiten für internationale Zeitschriften, wie zum Beispiel Queen, Elle, Marie Claire, Linea Italiana oder Jardin des Mode. Helmut Newton avancierte zu einem berühmten und gefragten Fotografen. Ab dieser Zeit stieg die Nachfrage internationaler Magazine nach den Bildern von Helmut Newton rapide an. Er machte etliche Foto-Ausstellungen, die sehr gut besucht waren.
Als Fotograf erhielt er zahllose internationale Preise und Auszeichnungen, wie beispielsweise den „World Image Award“ oder den „Grand Prix national de la ville de Paris“. Newtons Bilder gelten nicht nur als provozierend kalte Inszenierungen, sondern werden auch mit den Merkmalen „sexuelle Detailversessenheit“ und „nackte Obsessionen“ belegt. Seine Ablichtungen von nackten oder halbnackten Frauen in herausfordernden Posen brachten Feministinnen und auch andere Betrachter gegen ihn auf. Helmut Newton machte den menschlichen Körper zu seinem Hauptmotiv. Er zeigte ihn in zahllosen und in den unterschiedlichsten Situationen.
Durch seine Bilder schuf er ein anderes Bewusstsein über den menschlichen Körper. Im Juli 2003 eröffnete Newton die Ausstellung „Yellow Press“ in Mailand. Hier beschäftigte er sich mit den Themen Menschen und Gewalt.
Helmut Newton starb am 23. Januar 2004 bei einem Autounfall in Los Angeles.