„Happy Burnout“: Neuer Kinofilm mit Wotan Wilke Möhring feiert Premiere in Essen.

Magazin Die Dietrich 26.04.2017

Am Dienstag feierte die Komödie „Happy Burnout“ Kinopremiere in Essen in der Lichtburg. Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring ist einer der beliebtesten Schauspieler Deutschlands. Egal ob als Old Shatterhand oder Tatort-Komissar – der Grimme-Preisträger ist gefühlt dauerpräsent. In der Komödie schlüpft Möhring in die Rolle des arbeitsscheuen Punks „Fussel“, der im Hamburger Schanzenviertel lebt und verrät ganz nebenbei, dass er in seiner Jugend selbst mal einer war. Mit seinem lässigen Charme gewinnt Möhring als „Fussel“ die Sympathie der Zuschauer. Außerdem spielen noch Anke Engelke oder Kostja Ullmann mit. Happy Burnout ist eine familienfreundliche Komödie mit leicht verdaulichem Tiefgang.

Die deutschlandweite Premiere des Films „Happy Burnout“ ist am Donnerstag. Vorpremiere wurde aber schon mal gut und lang in Essen gefeiert. Nach der intensiv beklatschten Erst-Vorführung mit Publikum in der Lichtburg am Dienstagabend blieben die meisten der prominenten Schauspieler bis Mitternacht in der Lichtburg. Wie Michael Wittenborn, Kostja Ullmann, Julia Koschitz, Torben Liebrecht oder Victoria Trauttmansdorff.

Und allen voran Hauptdarsteller Wotan Wilke „Winnetou“ Möhring, der auch nach Stunden nicht müde wurde.

Eigentlich wollte der Schauspieler im Stadion sitzen, aber er ist natürlich trotzdem zur Premiere seines neuen Films „HappyBurnout“ gekommen, der am 27.April in 200 Kinos bundesweit startet. Ehrensache. Schließlich ist Wotan der Hauptdarsteller und absoluter Mittelpunkt dieser feinen, kleinen Komödie.

Man könnte auch sagen: Wir haben es hier mit einer Art Wilke-Möhring-Festspiele zu tun. Das ganze Projekt ist auf ihn zugeschnitten, und er dankt es den Machern mit einer der besten Darstellungen seiner bisherigen Karriere. Selten war der 49-Jährige präziser, spielfreudiger und glaubwürdiger als in der Rolle des Alt-Punks Fussel. Der ist 43 und schlägt sich inHamburg seit Jahren ohne Arbeit, aber mit viel Witz durchs Leben. Ein sympathischer Schmarotzer, der – wie seine Sachbearbeiterin Frau Linde (Victoria Trauttmansdorff) bei der Arbeitsagentur kopfschüttelnd sagt – „von Hartz-4 lebt, seit es Hartz-4 gibt“.

Trotzdem wickelt er die Dame mit seinem umwerfendem Proll-Charme immer wieder um den Finger und bekommt seine Stempel, ohne sich auch nur um einen Job zu bemühen. Bis zu einer externen Prüfung im Arbeitsamt. Ein letztes Mal noch kümmert sich Frau Linde und besorgt Fussel ein Arbeitsunfähigkeits-Attest, Diagnose Burnout, samt Therapieplatz in einer stationären Klinik. Der Alt-Punk zieht dort widerwillig ein, und es ist klar, was kommt.

„Happy Burnout“ macht Spaß

Obwohl die Psychologin Alexandra (Anke Engelke) und die Klinikleiterin Dr. Gunst (Ulrike Krumbiegel) Fussel sofort durchschauen, merken sie schnell, dass der Punk den anderen Patienten gut tut. Der lebensmüde Günther (Michael Wittenborn), der Puppenspieler Datty (Kostja Ullmann), die ausgebrannte Mutter Merle (Julia Koschitz) und der dauergestresste Geschäftsmann Anatol (Thorben Liebrecht) werden nach einigen Irrungen und Wirrungen zu Freunden des anarchisch-liebenswerten Alt-Punks, der irgendwann im Lauf der turbulenten Handlung beginnt, auch mal über sich selbst nachzudenken.

Jeder therapiert am Ende jeden. Das klingt kitschig, und das ist es auch. Regisseur André Erkau und sein Drehbuchautor Gernot Gricksch schrammen häufig am Klischee entlang, und kriegen doch immer wieder die Kurve. Manchmal knarzt die Handlung etwas, einiges ist sehr vorhersehbar, aber die Spielfreude der durchweg großartigen Darsteller macht das schnell wieder wett. Man sieht ihnen einfach gern bei der Arbeit zu. „Happy Burnout“ macht Spaß, ohne ein Schenkelklopfer zu sein. UndWotan Wilke Möhrings Alt-Punk-Darstellung könnte an jeder Schauspielschule als Anschauungsmaterial vorgeführt werden. Mit jedem Wort und jeder Geste ist er Fussel. So geht Glaubwürdigkeit.

 Happy Burnout: AB DEM 27.04.2017 IM KINO!!!!