Deutschlandpremiere von Die Lügen der Sieger in Essen

Magazin Die Dietrich – 08.Juni 2015

Das Interview führte Anuschka Wienerl

Am 08.06.2015  feierte der  Kinofilm Lügen der Sieger von Christoph Hochhäusler seine Premiere in Essen .

Leinwandstar Florian David Fitz zeigte uns auch zur Deutschland-Kinopremiere von Lügen der Sieger , dass er zweifelsohne einer der stilsichersten Herren im deutschen Filmgeschäft ist. An diesem Abend, kombinierte Florian einen männlichen KlassikeDas Interview führte Anuschka Wienerlr im legeren Stil. Schicke und trotzdem lässig zeigte sich Florian David Fitz auf dem roten Teppich, bei der Premiere von Lügen der Sieger am Essener Kult-Kino seinem Puplikum und der Presse.

Zum Thema Mode und Stil, verriet uns Florian David Fitz in einem persönlichen Interview nach der Filmpremiere noch: Ich finde, es gibt Mode – und die trägt nicht immer dazu bei, dass Menschen gut aussehen. Und es gibt Stil. Das sind tatsächlich zwei ganz unterschiedliche Dinge.“ „Ich bin ein Freund von Patina. In England haben die Lords ihre Sachen ja immer von der Dienerschaft eintragen lassen, weil es verpönt war, etwas Neues zu tragen“.
Nach der Premierenvorstellung, nahm sich Florian David Fitz noch Zeit für ein persönliches Interview mit uns.. In dem er uns mehr über den Polit-Thriller DIE LÜGEN DER SIEGER, seiner Rolle als Fabian und über die Zusammenarbeit Arbeit mit Regisseur Christoph Hochhäusler erzählt.

„Wir wollen immer die Welt durchdringen und denken, es gibt am Ende des Tages den einen wahren und guten Kern und den könne man journalistisch darstellen.“

Der Journalist Fabian Groys sagt im Film: „Man ist immer nur so gut, wie seine letzte Story“. Was meint der Schauspieler Florian David Fitz dazu?
– Das lässt sich vermutlich auf alle kreativen Berufe anwenden. Natürlich wird man tendenziell an dem gemessen, was passiert ist. Aber ich glaube, irgendwo muss man sich da auch locker machen. Egal, ob man Schauspieler oder Journalist ist. Man kann sich nicht von dem verrückt machen lassen, was alles falsch laufen könnte. Nur dann erhält man sich diese Naivität, die Freiheit und einen gewissen Größenwahn, den es halt auch braucht, um überhaupt etwas auf die Beine zu stellen.

Nach welchen Kriterien wählst du deine Rollen?
Ich versuche, so gut wie möglich zu mischen. Natürlich freue ich mich über einen erfolgreichen Film, aber ich freue mich genauso, wenn ich mir eine schauspielerische Freiheit bewahre. In diesem Fall hat mich sowohl Christoph interessiert als auch das Genre. Zudem interessiert mich sehr, wie unsere Realität in den Medien geschaffen wird. Und dann ist Fabian noch als zwiespältige Figur angelegt. Das ist immer spannend zu spielen.

Du meinst die Zwiespältigkeit zwischen journalistischem Anspruch und Erfolg?
Man sieht schon noch die Leidenschaft, die in Fabian steckt. Aber man sieht auch diese gewisse Routine, die mit diesem Job kommt. Im Laufe der Zeit wird man so hart gekocht von diesen ganzen Fakten, mit denen man täglich konfrontiert wird. Das ist wahrscheinlich ähnlich wie in der Politik, man fängt mit einem großen Herzen an und will die Welt verändern. Aber wenn man ein arbeitender Journalist sein will, dann muss man eben primär eine gute Story schreiben. Die
sind sicher auch gut recherchiert, unterliegen dann aber meistens anderen Kriterien, als nur der Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen. Wahrheit allein ist meistens noch keine Story.

Und daraus ergeben sich die Fragen aus diesem Film: Wie verlässlich sind diese „Knaller-Geschichten“, durch wen könnten sie manipuliert sein und vor allem, wie beeinflussen sie die öffentliche Meinung?
Es sind ja nicht nur die offensichtlich ‚Bösen‘, also die PR-Agentur, die beeinflussen, was die Wahrheit ist. Eine Information der Medien wird auf vielen Ebenen gefiltert. Das beginnt schon damit, welche Informationen bei uns ankommen. Welche sind relevant und welche Information interessiert uns überhaupt. Letztendlich ist das unser eigener Filter als Leser. Meistens wollen wir nur das hören, was unsere Weltsicht bestätigt. Die Medien sind unter Zugzwang.

Wahrheit bei gleichzeitiger Neutralität geht also in den Medien nicht?
Ich glaube, dass ist einer unserer falschen Ansprüche. Wir wollen immer die Welt durchdringen und denken, es gibt am Ende des Tages den einen wahren und guten Kern und den könne man journalistisch darstellen.

Hast Du selbst Angst vor dem Tod?
Nein, derzeit nicht. Habe mich aufgrund meiner Filme auch intensiv mit diesem Thema beschäftigt.

Florian, du steckst gerade mitten in den Dreharbeiten zu „Der geilste Tag“ mit Matthias Schweighöfer. Wann werden die Zuschauer ihn in den Kinos zu sehen bekommen?
Ja richtig, morgen gehts zu den Dreharbeiten nach Südafrika. Vorrausichtlich wird der Film Anfang 2016 in die Kinos kommen.

In „Der geilste Tag“ führst Du auch die Regie?
Korrekt (grins)

Was ist für einen guten Film wichtig?
Er muss Unterhalten und den Zuschauern etwas mitgeben, was sie vielleicht gar nicht erwartet hätten.

Film-Tipp: Die Lügen der Sieger

Die Auseinandersetzung mit Macht, Lobbyismus und die Manipulation von Medien. DIE LÜGEN DER SIEGER entspinnt ein geschicktes Spiel um gezielte Indiskretionen, lancierte Halbwahrheiten, die Jagd nach der großen Enthüllungsstory und die mitunter zwielichtige Arbeitsweise von Lobbyisten. So wirft Hochhäusler einen Blick auf die Akteure jenseits der öffentlichen Bühne und offenbart, wie sie politische und journalistische Prozesse beeinflussen und steuern. Damit geht es in DIE LÜGEN DER SIEGER um nicht weniger als die Integrität unserer Entscheidungsträger und die Verlässlichkeit unserer Informationsquellen. Für DIE LÜGEN DER SIEGER versammelt Christoph Hochhäusler vor der Kamera u.a. Florian David Fitz und Lilith Stangenberg als Journalisten auf der Spur einer brisanten Geschichte; Horst Kotterba als Wegbereiter ihres fragwürdigen Erfolgs sowie Ursina Lardi und Arved Birnbaum als politische Lobbyisten und zwielichtige Strippenzieher im Hintergrund.

 

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Beim Interview mit Redakteurin Anuschka Wienerl