Deutschstunde | Film 2019

MAGAZIN DIE DIETRICH/ Anuschka Wienerl 28.AUGUST 2019

Neuverfilmung von Siegfried Lenz‘ Roman „Deutschstunde“ unter der Regie von Christian Schwochow.
„Deutschstunde“ gehört auf jeden Fall zu den großen Romanen der deutschen Literatur. Mit Siegfried Lenz’ DEUTSCHSTUNDE verfilmt Regisseur Christian Schwochow (BAD BANKS, PAULA) einen der großen Welterfolge der deutschen Nachkriegsliteratur.
Inhaltsangabe & Details
Siggi Jepsen (Tom Gronau) sitzt im Deutschland der Nachkriegszeit in einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche ein. Er soll einen Aufsatz zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ schreiben, hat jedoch keine Idee. Erst als er am nächsten Tag in eine Zelle gesperrt wird, brechen die Erinnerungen an seine Kindheit während des Zweiten Weltkriegs aus ihm heraus: Sein Vater Jens Ole Jepsen (Ulrich Noethen), ein Polizist, erhielt damals den Auftrag, dem befreundeten expressionistischen Maler Ludwig Nansen (Tobias Moretti) ein Berufsverbot zu überbringen. Bei Nansens Überwachung sollte ihm damals Siggi (als Kind: Levi Eisenblätter) helfen, dieser rebellierte jedoch schließlich gegen seinen Vater, schlug sich auf die Seite des widerspenstigen Nansen und versteckte einige der verbotenen Bilder, was schlussendlich zu seinem Aufenthalt in der Anstalt führte.
Christian Schwochow verfilmt „Deutschstunde“
Mit „Deutschstunde“ hat Regisseur Christian Schwochow Siegfried Lenz’ 1968 erschienenen Roman über die Zerstörung menschlicher Beziehungen in einem autoritären System verfilmt. Die Handlung spielt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Jugendliche Siggi Jepsen (Tom Gronau) muss in einer Strafanstalt einen Aufsatz zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ schreiben. Er findet keinen Anfang, das Blatt bleibt leer. Als er die Aufgabe am nächsten Tag nachholen muss, diesmal zur Strafe in einer Zelle, schreibt er wie besessen seine Erinnerungen auf.
Erinnerungen an seinen Vater Jens Ole Jepsen (Ulrich Noethen), der als Polizist zu den Autoritäten in einem norddeutschen Dorf zählte und seinen Pflichten treu ergeben war. Während des Zweiten Weltkriegs muss er seinem Jugendfreund, dem Künstler Max Ludwig Nansen (Tobias Moretti), ein von den Nationalsozialisten gegen ihn verhängtes Malverbot überbringen. Jepsen überwacht dieses penibel, und der elfjährige Siggi (Levi Eisenblätter) soll ihm helfen. Doch Nansen widersetzt sich – und baut ebenfalls auf die Hilfe von Siggi, der für ihn wie ein Sohn ist. Der Konflikt zwischen den Männern spitzt sich zu – und Siggi steht zwischen ihnen. Anpassung oder Widerstand? Diese Frage wird für ihn entscheidend.
Der Maler Emil Nolde hat für die Figur des Malers Max Ludwig Nansen aus Lenz‘ Roman „Deutschstunde“ Pate gestanden. Eine Ausstellung zu Nolde im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin, die noch bis zum 15. September 2019 besucht werden kann, eröffnet einen neuen Blick auf den Künstler, sein Schaffen in der NS-Zeit und seine Kontakte zu Vertretern des NS-Regimes.
„Deutschstunde“ kommt am 3. Oktober 2019 in die Kinos. Unterrichtsmaterial zum Film wird von der Stiftung Lesen und vom Lehrerclub zur Verfügung gestellt. Auch auf der Seite des Filmverleihs gibt es Ideen für den Unterricht. Vorstellungen für Schulklassen sind möglich, dazu wende Dich bitte einfach an Dein Wunschkino. Der Film eignet sich insbesondere für die Fächer Deutsch, Geschichte, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft, Philosophie, Religion, Ethik, Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Psychologie, Kunst sowie für fächerübergreifende Projekte, Schulprojekte und AGs. Zielgruppen sind 10. bis 13. Klassen, Berufs- und Fachschülerinnen und -schüler sowie Studierende.
„Deutschstunde“ kommt am 3. Oktober 2019 in die Kinos.