Der 66. Deutsche Filmpreis 2016 in Berlin

Sechs Lolas für „Der Staat gegen Fritz Bauer“

Im Rahmen des 66. DEUTSCHEN FILMPREISES würdigt die DEUTSCHE FILMAKADEMIE zum insgesamt dritten Mal den besucherstärksten deutschen Film des Jahres. Diese Lola geht 2016 an den Autor und Regisseur Bora Dagtekin für FACK JU GÖHTE 2 mit über 7,6 Millionen Besuchern. Die Verleihung erfolgt im Rahmen der Gala am 27. Mai. Wir dürfen schon jetzt herzlich gratulieren.

Deutscher Filmpreis: Sechs Lolas für „Der Staat gegen Fritz Bauer“
Bester deutscher Film ist „Der Staat gegen Fritz Bauer“. Der Film von Regisseur Lars Kraume bekam noch weitere Lolas für bestes Drehbuch, bestes Szenenbild, bestes Kostümbild, beste Regie und den besten Nebendarsteller.

Goldene Lola geht an „Fack ju Göhte 2“
Frauenschwarm Elyas M’Barek durfte die Lola für die Schulkomödie „Fack ju Göhte 2“ als besucherstärkster Film entgegennehmen. 7,6 Millionen Kinozuschauer konnte die deutsche Produktion als Spitzenergebnis an den Kinokassen verbuchen.
Regie bei beiden Komödien hat der Deutschtürke Bora Dagtekin geführt. „Der Regisseur kann heute nicht hier sein“, scherzte M’Barek bei der Preisverleihung in Berlin. „Er macht gerade sein Abi nach.“ Der österreichische Schauspieler schloss seine Dankesrede dann mit ernsteren Worten: Wer in Deutschland wählen gehe, der solle bedenken, dass „Fack ju Göhte“ ohne Menschen mit ausländischen Wurzeln nicht möglich gewesen wäre.

Ehrenpreis für Filmpoduzentin Regina Ziegler
Regina Ziegler wurde für ihre „herausragenden Verdienste um den deutschen Film“ auf der feierlichen Gala in Berlin geehrt. „Wenn man an Regina Ziegler denkt, denkt man an Leidenschaft, Energie, Charme, Durchsetzungskraft und eine unermessliche Liebe zu ihrem Metier“, hieß es in der Begründung. „Die deutsche Kino- und TV-Branche verdankt der nimmermüden Produzentin Lebendigkeit und Esprit“, würdigte Iris Berben, die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, die erfolgreiche Filmproduzentin.
Peter Kurth freute sich über die Lola für seine Rolle als Boxer „Herbert“ Berben schlug in ihrer Rede auch politische Töne an. „Ausländer- und islamfeindliches Gedankengut ist mittlerweile Parteiprogramm geworden“, sagte Berben. „Aber wir dürfen als Künstler nicht verstummen, wir müssen handeln.“ Was den deutschen Film angehe, forderte sie ganz klar „mehr Geld für mutige Ideen“.

Auch Hollywoodstars auf dem roten Teppich
Smoking, Abendrobe, Designerschmuck – die zum Teil internationale Prominenz aus Film und Fernsehen flanierte bereits heute Nachmittag über die Fotografenmeile. Mehr als 60 Oldtimer kutschierten Ehrengäste und Jurymitglieder zum Palais am Funkturm. Hollywoodstar Diane Kruger kam ganz in Rot. Sie war in diesem Jahr Laudatorin für die Kategorie „Bester männlicher Schauspieler“. Moderiert wurde die glanzvolle Veranstaltung souverän von Schauspieler Jan Josef Liefers.

Als bester Nebendarsteller wurde der Schauspieler Ronald Zehrfeld ausgezeichnet. Er spielt in dem Polit-Thriller „Der Staat gegen Fritz Bauer“ neben Burkhart Klaußner als hessischer Oberstaatsanwalt Bauer die Rolle des jungen Staatsanwaltes Karl Angermann. Klaußner war in der Kategorie „Bester Schauspieler“ nominiert, ging aber leer aus.
Peter Kurth bekam die Lola für seine herausragende schauspielerische Leistung in dem Boxer-Drama „Herbert“. Die Schauspielerin Laura Tonke konnte sich gleich über zwei Lolas freuen. Sie erhielt in Berlin die Auszeichnung als beste Haupt- und als beste Nebendarstellerin. Unter der Regie von Laura Lackmann spielt sie in dem Film „Mängelexemplar“ eine Nebenrolle, im Film „Hedi Schneider steckt fest“ von Sonja Heiss die Hauptrolle.
„Es ist ein guter Jahrgang“, sagte Jury- und Akademiemitglied Ulrich Matthes im Vorfeld zur diesjährigen Nominierungs-Auswahl. Insgesamt sechs Filme hatten Chancen auf die Lola für den besten Spielfilm. Die Lola ist die höchst dotierte Auszeichnung für den deutschen Film. Die Preisgelder in Höhe von drei Millionen Euro kommen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU).

Über den Deutschen Filmpreis

Der DEUTSCHE FILMPREIS, die LOLA, ist die renommierteste und höchst dotierte Auszeichnung für den Deutschen Film. Die LOLA wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, im Rahmen einer glamourösen Gala verliehen, nachdem die rund 1700 Mitglieder der Deutschen Filmakademie aus allen künstlerischen Sparten der Filmbranche, über die Gewinner abgestimmt haben.