Deutscher Fernsehpreis 2019

Die Dietrich Anuschka Wienerl/ 01.Februar 2019

Der Deutsche Fernsehpreis wurde 2019 bereits zum 20. Mal verliehen. Hier finden Sie alle Gewinner sowie Fernsehproduktionen und Personen, die nominiert waren.

Für die großen Favoriten gab es jeweils zwei Auszeichnungen, am besten schnitt aber der TV-Mehrteiler „Gladbeck“ ab: In Düsseldorf sind die Deutschen Fernsehpreise vergeben worden. Alles Wichtige im Überblick.
Die TV-Branche lädt zur großen Werkschau: In Düsseldorf werden herausragende Produktionen mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Der Serien-Trend greift dabei weiter um sich. Den Ehrenpreis bekommt aber jemand aus dem Vor-Streaming-Zeitalter.

Alle Nominierungen und Gewinner des Deutschen Fernsehpreises 2019

„Bester Mehrteiler“, „Bester Schnitt“ und Albrecht Schuch als „Bester Schauspieler“: In gleich drei Kategorien hat der TV-Mehrteiler „Gladbeck“ über das Geiseldrama von 1988 beim Deutschen Fernsehpreis abgeräumt .

Häufiger nominiert waren die TV-Serien „Bad Banks“ und „Das Boot“ – sie kamen jeweils auf zwei Preise. Der Banken-Thriller „Bad Banks“ mit Paula Beer und Désirée Nosbusch wurde bei der Gala in Düsseldorf zur besten Drama-Serie gekürt (hier finden Sie die Kritik zur Serie). Außerdem setzte sich die Serie in der Kategorie „Beste Regie“ durch: Christian Schwochow hatte sie übernommen. Nominiert war die Serie in insgesamt sechs Kategorien.

Neun Nominierungen hatte die Serie „Das Boot“ erhalten. Ausgezeichnet wurde sie nun für die „Beste Kamera“, Darstellerin Vicky Krieps bekam zudem einen Fernsehpreis als beste Schauspielerin .
Bei den Filmen setzte sich „Aufbruch in die Freiheit“ durch: Er behandelt das Thema Abtreibung und spielt Anfang der Siebzigerjahre in einer Provinzstadt – als der sonntägliche Kirchgang noch Pflicht war und Empfängnisverhütung als des Teufels galt (mehr zum Film erfahren Sie hier). Die Macher widmeten den Fernsehpreis Frauen, die sich für die Abschaffung des Paragrafen 219a einsetzen.
In der Kategorie „Beste Primetime-Show“ setzte sich „Let’s Dance“ gegen „Ninja Warrior Germany – Die stärkste Show Deutschlands“ und „Wer weiß denn sowas? XXL“ durch. Bei den Unterhaltungsmoderatoren ging Luke Mockridge unter anderem für „Luke! Die Schule und ich“ als Sieger hervor. Als „Beste Unterhaltung Late Night“ wurde „Inas Nacht“ mit Kabarettistin, Sängerin und Moderatorin Ina Müller ausgezeichnet.

Der Ehrenpreis für das Lebenswerk ging an Jürgen von der Lippe – für Shows wie „Geld oder Liebe“. Bei seinem Auftritt in Düsseldorf trug er einen schwarzen Anzug. Eigentlich aber sei das Hawaiihemd für ihn Berufskleidung, sagte er vorab. „Alles andere würde die Leute verunsichern. Ähnlich wie wenn ein Feuerwehrmann als Tanzmariechen verkleidet zum Einsatz fährt. Das würde auch unnötig verunsichern und den Menschen auch Angst machen.“
Der Deutsche Fernsehpreis wird von den großen TV-Anbietern seit 1999 mit einer Unterbrechung jährlich verliehen. Stifter sind die Intendanten und Geschäftsführer von ARD, ZDF, RTL und Sat.1. In diesem Jahr moderierten Barbara Schöneberger und Steffen Hallaschka die Gala. Insgesamt gab es 28 Kategorien.

2019 geht an Jürgen von der Lippe
Neben den regulären Kategorien vergibt der Deutsche Fernsehpreis 2019 des Weiteren einen speziellen Ehrenpreis. Die Stifter (ARD, ZDF, SAT.1 und RTL) würdigen in diesem Jahr den Entertainer Jürgen von der Lippe, der sowohl als Komiker und Moderator als auch Erfinder von Formaten, Schauspieler und Autor seit vielen Jahren zu begeistern weiß.

Die Gewinner des Deutschen Fernsehpreises 2019 im Überblick:
 Bester Fernsehfilm: „Aufbruch in die Freiheit“ (ZDF)
 Bester Mehrteiler: „Gladbeck“ (ARD/Radio Bremen)
 Beste Dramaserie: „Bad Banks“ (ZDF/Arte)
 Beste Comedy-Serie: „jerks.“ (ProSieben/maxdome)
 Beste Schauspielerin: Vicky Krieps für „Das Boot“ (Sky)
 Bester Schauspieler: Albrecht Schuch für „Der Polizist und das Mädchen“ (ZDF), „Gladbeck“ (ARD/Radio Bremen) und „Kruso“ (ARD/MDR)
 Beste Regie: Christian Schwochow für „Bad Banks“ (ZDF/Arte)
 Bestes Buch: Mizzi Meyer für „Der Tatortreiniger“ (NDR)
 Beste Kamera: David Luther für „Das Boot“ (Sky)
 Bester Schnitt: Ueli Christen für „Gladbeck“ (ARD/Radio Bremen)
 Beste Musik: Annette Focks für „Die Freibadclique“ (ARD/SWR/MDR/NDR/SR)
 Beste Ausstattung: Martina Müller (Kostümbild) und Jana Karen (Szenenbild) für „Der große Rudolph“ (ARD/BR/WDR/ORF)
 Beste Unterhaltung Primetime: „Let’s Dance“ (RTL)
 Beste Unterhaltung LateNight: „Inas Nacht“ (ARD/NDR)
 Beste Moderation Unterhaltung: Luke Mockridge unter anderem für „Luke! Die Schule und ich“ (Sat.1)
 Beste Comedy: „Kroymann“ (ARD/Radio Bremen/SWR/NDR/rbb)
 Bestes Factual Entertainment: „Bares für Rares“ (ZDF)
 Beste Ausstattung Show: Guido Heinz Frinken und Oli Egon Ide für „Das große Backen“ (Sat.1)
 Beste Information – Auslandsreporter: Antonia Rados für ihren Bericht „Jemens langsamer Tod“ (n-tv)
 Beste Dokumentation/Reportage: „Kulenkampffs Schuhe“ (ARD/SWR/HR)
 Bester Doku-Mehrteiler: „Terra X: Die Reise der Menschheit“ (ZDF/Arte)
 Bestes Infotainment: Jenke von Wilmsdorff für „Jenke macht Mut! Leben mit Brustkrebs“ (RTL), „Das Jenke-Experiment“ (RTL) und „Jenke Über Leben“ (RTL)
 Beste Sportsendung: ranNFL (ProSieben/ProSieben MAXX)
 Ehrenpreis: Jürgen von der Lippe
 Förderpreise: Michelangelo Fortuzzi und Lena Urzendowsky (Schauspieler)

Was ist der Deutsche Fernsehpreis?
Erstmals wurde der Deutsche Fernsehpreis am 02. Oktober 1999 verliehen – die erste Verleihung fand in Köln statt und wurde von den Geschäftsführern und Intendanten von ARD, RTL und Sat.1 ins Leben gerufen. Auch im Vorfeld gab mit dem „Goldenen Löwen“ (RTL) und dem „TeleStar“ (ARD) bereits ähnliche Fernsehpreise, diese wurden künftig unter dem Deutschen Fernsehpreis zusammengefasst.
Das große gemeinsame Ziel des Deutschen Fernsehpreises ist die Förderung der Qualität der Fernsehprogramme. Um diese zu würdigen, veranstalten die Stifter eine Gala und verleihen den Preis bestehend aus einer Urkunde und einer Skulptur. Im Mittelpunkt stehen Fernsehproduktionen, die deutschen Ursprungs sind oder unter überwiegend kreativer und wirtschaftlicher Mitwirkung deutscher Auftraggeber entstanden sind. Daneben werden ebenfalls Personen ausgezeichnet, die durch ihre besonderen Leistungen diese Fernsehproduktionen vorangetragen und positiv beeinflusst haben.

Kritik am Deutschen Fernsehpreis
In den vergangenen Jahren wurden immer wieder kritische Stimmen zum Deutschen Fernsehpreis laut. So wurden etwa die unklaren Verleihungsmaßstäbe kritisiert, aber auch die regelmäßige Abänderung der Kategorien. Zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2013 titelte die Süddeutsche Zeitung dann:
„Die Richtigen gewinnen, aber die Show ist öde. Niemals in der an Tiefpunkten reichen Geschichte des Deutschen Fernsehpreises wurde eine Gala derart lieblos heruntergerattert. Möglich, dass es nach 2014 keinen Preis in dieser Form mehr geben wird.“
• Auch in den darauffolgenden Jahren konnte sich die Veranstaltung keinen guten Ruf zulegen. 2007 erhielt das Organisationsbüro des Deutschen Fernsehpreises den „Preis der beleidigten Zuschauer“, weil diese Fans für die Show hinzugekauft hatten.
• 2008 macht die Gala auf sich aufmerksam, als Marcel Reich-Ranicki seinen Fernsehpreis live ablehnte.
• 2018 wurde der Umgang mit Drehbuchautoren kritisiert, denn diese wurden in einer ersten Einladungsrunde der Veranstaltung nicht bedacht – Produzenten, Regisseure und Redakteure hingegen schon. Aufgrund der zahlreichen negativen Rückmeldungen änderten die Stifter der Veranstaltung die Nominierungskategorie und berücksichtigen auch Autoren. Dies sollte auch für kommende Veranstaltungen berücksichtigt werden.

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