Chanel Unveils Paris Cosmopolite 2017 Métiers d’Art Collection At Ritz Paris

MAGAZIN DIE DIETRICH – 10. Januar 2017

Anuschka Wienerl

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„Paris Cosmopolite“ lautet das Motto der diesjährigen Métiers d’Art Kollektion von Chanel und da zeigt sich mal wieder, dass Karl Lagerfeld gern aktuelles Zeitgeschehen aufgreift. In einer politischen Atmosphäre, bei der ganz Europa von nationalen Strömungen durchflossen wird (Brexit, Erstarken von Rechtsextremisten), appelliert der 83-Jährige an ein kosmopolitisches Denken.

Kosmopoltischer Geist

Das erst kürzlich renovierte Hotel Ritz in Paris, mit seinen  Gästen aus der ganzen Welt, liefert ihm den perfekten Rahmen zu dieser Idee. Dass die Location gleichzeitig den Bezug zur Firmengründerin Coco Chanel herstellt, die hier den Großteil ihres Lebens verbrachte, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Auch das Casting der Models spiegelte einen offenen, länder-übergreifenden Geist wieder. 20 Celebrities mischten sich unter die Berufsmodels. Mit dabei: Lily-Rose Depp, Alice Dellal, Ellie Bamber, Cara Delevingne, Sistine Stallone, Georgia May Jagger. Bei den Herren: Pharrell Williams sowie Levi Dylan, der Enkel von Bob Dylan, dem aktuellen Literatur-Nobelpreisträger.

Der Catwalk reichte von der Lobby über La Table de l’Espadon, die Terrasse der Bar Vendôme, den Jardin d’Hiver oder die Jardins de l’Espadon bis hin zum Salon Proust. Die Frauen trugen Rosen im Haar im Stil Richelieus, dessen Amtssitz einst nicht weit weg vom Ritz, im Palais Royal, war. „Keine Kamelien in dieser Saison, es gibt nur Rosen!“ erklärte Karl Lagerfeld kurz.

Mode in Café Society“-Atmosphäre

Inspiration waren die „Abendkleider, die die Frauen früher zum Abendessen im Ritz trugen„, so Karl Lagerfeld. Die Silhouette mit betonter Taille und den langen, ausgestellten Säumen, die hin und wieder die Waden umspielen, ist für den Designer „extrem pariserisch“. Als Farben dominieren: Cremeweiß, Weiß, Marine, Schwarz und hier und da etwas Rot neben funkelnden Goldnuancen. Die Kunstfertigkeit der geschickten Hände, die in den Ateliers der Métiers d’Art arbeiten, schlägt sich in aufwändigen Stickereien, raffinierten Soleil-Plissés und die Verwendung von Marabu- und Straußenfedern nieder.

Die berühmte Chanel-Jacke wird neu interpretiert. Ich zitiere aus der Pressemitteilung: „Die Jacken sind mit Paspeln aus Perlen oder Tweedrosen, Blumenstickereien und Plexiglasknöpfen verziert. Die Schultern öffnen sich wie Schmetterlingsflügel oder sind mit Epauletten mit Kristallstickereien geschmückt. Die Jacke, durch zwei Fransentaschen geteilt, ist mit einem Offizierskragen sowie mit weißem Trompe-l’oeil-Kragen und Trompe-l’oeil-Manschetten versehen und wird zu einem Wickelrock getragen, dessen Saum unterhalb des Knies endet. Andere sind mit Lederdetails wie zum Beispiel einem dreifachen Taillengürtel verziert.“ Und die legendäre Tasche 2.55 greift in den Stickereien die Muster der Wandteppiche im Ritz auf.

Was mir – ganz persönlich – an dieser Kollektion gefällt, ist die Cross-Dressing-Idee, die in vielen Modellen aufgegriffen wird: bestickte Capri-Hosen zu edlen Tweed-Jacken, voluminöse Daunenjacken in Strick zu feinen Kleidern, aufgebauschte Capes aus Tweed und Wollfilz zu luftigen Röcken aus Tüll und Lurex, Bomberjacken zum engen Stiftrock. Toll sind auch die weiten, bequemen und sehr lässig wirkenden Mäntel.

Fazit: Die Mode ist weniger kosmopolitisch als das Setting. Sie vereint vor allem die DNA von Chanel mit der DNA des Ritz‘. Aber wie international Karl Lagerfeld denkt, hat er in den vergangenen Jahren mit seinen diversen Kollektionen (Shanghai, Cuba, etc.) mehr als bewiesen, die Kulturen aus allen Ecken der Welt vereint haben.

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Photo By: Catwalkpictures

Besonders hinreißend: Die Models durften bei dieser Show ENDLICH einmal lachen und mit den Gästen interagieren. Sehr hübsch im Video zu sehen:
Paris Cosmopolite 2016/17 Métiers d’Art show – CHANEL