Berliner Designer Tim Labenda gewinnt International Woolmark Prize
Magazin DIE DIETRICH

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Am vergangenen Dienstag setzte sich Designer Tim Labenda gegen 20 Konkurrenten, darunter auch das Beriner Menswear Label Brachmann, durch und gewann den International Woolmark Prize  Europe Regional 2016/2017. Eine siebenköpfige Jury krönte den Designer aus Berlin.
„Tim präsentiert Glamour mit einer klaren Signatur. Er hat aktuelle modische Entwürfe gezeigt, in denen er Wolle als künstliches Fell verwendet, das zudem mit Kristallen verziert ist.“, so Jury Mitglied Franca Sozanni, Chefredakteurin der Vogue Italia.
Seine prämierten Design werden mit 33.400 € belohnt und zudem nimmt Tim Labenda an dem Mentoringprogramm teil und repräsentiert im Januar beim Wettbewerbsfinale in Paris Europa.
 
Tim Labenda
Der Designer und Wahlberliner Tim Labenda absolvierte seine Lehre im Haus Hugo Boss und studierte dann Modedesign an in Pfortzheim. Im Jahr 2013 wurde Christiane Arp, Chefredakteurin der Vogue Germany, aufmerksam auf den Designer, den Sie im Vogue Salon ausstellen lies. Eine Saison später designte er eine Kollektion für Zalando. Sein Erfolgskurs ging rasant weiter: Im selben Jahr gewann Labenda den von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung ausgeschrieben Award „Start your Fashion Business“ mit seiner Frühjahr/Sommer-Kollektion 2015.
Seine Herbst/Winter-Kollektion 2915/2016 zeigte er dann erneut im Berliner Mode Salon. Daraufhin engagierte ihn das ökologische Modebrand HessNatur für die Creative Direction der Männerlinie. Tim Labenda legt großen Wert auf die Produktionsstätten – so werden seine Entwürfe in Deutschland produziert, seine Stoffe kommen u.a. aus Italien, Frankreich, Schottland und Deutschland. Tim arbeitet und wohn in Berlin-Kreuzberg,
http://www.timlabenda.com/
 
Woolmark Prize
Der International Woolmark Prize wird ein mal jährlich verliehen. Gegründet und umgestzt wurde der Wettbewerb von The Wool Company, die Vereinigung der australischen Wollproduzenten.
2014 hatte zuletzt ein deutsches Label das europäische Finale in der Womenswear-Kategorie gewonnen: Das Designerinnenduo Augustin Teboul, die wie Tim Labenda in Berlin beheimatet sind, gewannen den Woolmark Prize.
http://www.woolmarkprize.com/

Tim Labenda gilt als einer der Hoffnungsträger der deutschen Mode – dabei fing er mit Frauenmode vor rund anderthalb Jahren überhaupt erst an, weil VOGUE-Chefredakteurin Christiane Arp ihn dazu ermunterte. Diese Saison verzichtete er (noch) auf eine eigene Runway-Show, sondern entschied sich, seine Kollektion sowohl im Berliner Modesalon als auch im VOGUE Salon zu zeigen. Was Tim Labenda so interessant macht? Die durchdachte und stringente Umsetzung von Konzepten mit tragbaren, innovativen Ansätzen in seinen Kollektionen zu verbinden. VOGUE hat er exklusiv erzählt, was es mit seiner neuen „Into the Wild“-Kollektion auf sich hat „Ausgangspunkt der Kollektion war der Film ‚Into the Wild‘ von Sean Penn. Die im Film dargestellte Anziehungskraft und Faszination, die von der Natur ausgeht, wollte ich in der Kollektion einfangen. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass die Natur zum Gegenpol der urbanen Gesellschaft wird. Der Hauptprotagonist durchbricht im Film alle Konventionen und Zwänge der Gesellschaft und entscheidet sich aktiv für ein isoliertes Leben in der Wildnis. Für mich bietet die Kollektion die Möglichkeit, dieses Gefühl von Freiheit und Natur durch die Mode in den urbanen Alltag zu holen, ohne sie radikal zu durchbrechen. So kann man sich sowohl sozialisieren, als auch das Bedürfnis nach natürlichem Rückzug stillen.

Die eisige Farbpalette spiegelt dabei die Schneewüste Alaskas und Islands wieder, die durchbrochen wird von Bergen und Wäldern. Die natürlichen Strukturen findet sich in Prints, Patchworkarbeiten und gefilzten Oberteilen wieder. Die Kollektion soll die Möglichkeit bieten, sich die unendliche Weite und Ruhe der Natur in den Alltag der Stadt zu holen – und damit unser Grundbedürfnis nach Geborgenheit und Unberührtheit stillen, ein Gefühl von Heimat und Zuhause vermitteln. Das zeigt sich in exaltierten Silhouetten, die durch Lederkordeln im Zaum gehalten werden, aber auch in weichen, fließenden und organischen Materialien.

Dabei stehen die Materialien durch ihre Beschaffenheit genauso im Kontrast zueinander wie die Natur zur Urbanität. Neopren und Mesh treffen auf Mohair und Wolle, glatte Oberflächen auf raue, Transparenz auf glänzende Materialien.“

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Beitrag / Fotos: DIE DIETRICH Anuschka Wienerl